Gemeinde Kosel

Die Gemeinde Kosel besteht aus den Dörfern Kosel, Weseby, Missunde und Bohnert. Die Gemeinde mit rund 20 km Schleiufer, mit 227 ha Wald und ca. 52 ha Binnenseen ist ein beliebtes Erholungsgebiet mit ca. 250 Wochenendhäusern, zwei Campingplätzen und einem Yachthafen.
Die Gemeinde Kosel blickt auf eine interessante Geschichte zurück: Nach der Christianisierung soll die Landschaft südlich der Schlei Eigentum des Bischofs von Schleswig gewesen sein, der verschiedene Geschlechter mit Teilen belehnte. So geriet Cosel in das Eigentum von Otto Walstorp zu Sönderby, der im Jahre 1465 Cosel (erste Erwähnung), Weseby und Kiel an das Domkapitel zu Schleswig verkaufte. Das Dorf Kiel ist bald danach untergegangen. Cosel und Weseby bildeten seitdem stets eine Einheit. Nach der Reformation fiel das Vermögen des Domkapitels und der Klöster im Herzogtum Schleswig an den dänischen König. Cosel und Weseby wurden als Vogtey Cosel im II. Domkapiteldistrikt im Amtshaus vor Gottorf verwaltet. Während der Brandschatzungen 1628/29 im 30-jährigen Krieg und beim Abzug der Schweden wurde Kosel 1650 fast völlig zerstört. 1777 wurden die Domkapiteldistrikte aufgelöst, die Dörfer Kosel und Weseby gehörten von da an zur "Hüttener Harde", die übrigen Teile der heutigen Gemeinde Kosel aber zum adligen Güterdistrikt.

Missunde wurde 1115 als Versund erstmals erwähnt. Dies betrifft in erster Linie die Fährstelle, die schon damals ein königliches Privileg war, schließlich war die Straße über Kosel und Missunde die kürzeste Verbindung zwischen Eckernförde und Schleswig.
Das Dorf Missunde war während der Erhebungskämpfe mehrfach Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Schleswig-Holstein bzw. Preußen, Österreich und Dänemark, und zwar am 23.4.1848, am 12.9.1850 und am 2.2.1864 mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Bei dem Gefecht am 2.2.1864 ging ein großer Teil des Dorfes in Flammen auf.
Nach der Eingliederung in den preußischen Staat wurde aus Cosel und Weseby die Gemeinde Kosel mit einem Gemeindevorsteher. 1928 wurden die Gutsbezirke, die sich bis dahin kommunalrechtlich selbst verwaltet hatten, aufgelöst und in die angrenzenden Gemeinden eingegliedert. So wurde der Gutsbezirk Ornum mit dem Dorf Missunde in die Gemeinde Kosel eingegliedert.
Bohnert wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt und war bis zur Einkoppelung i. J. 1777 im Besitz des Gutes Eschelsmark. 1793 wurde für das Gut Eschelsmark die Leibeigenschaft aufgehoben und die Flächen parzelliert.
Im Jahre 1977 schlossen sich die Gemeinden Bohnert und Kosel zur Gemeinde Kosel mit heute 1.350 Einwohnern und einer Gemeindefläche von 2.999 ha zusammen. Seit 1986 unterhält die Gemeinde Kosel eine Partnerschaft zu der französischen Gemeinde La Meziere ca. 20 km nordwestlich von Rennes in der Bretagne.

Davon, dass Kosel ein alter Siedlungsplatz ist, zeugen die vielen Grabhügel aus der jüngeren Steinzeit (bis 1700 vor Chr.) sowie archäologische Flächenausgrabungen in den Jahren 1975 und 1982 bis 1992. Sie weisen eine ständige Besiedlung für die Zeit von 400 bis 1000 nach Chr. nach. Für diesen Zeitraum gilt das Gleiche wie für die Entstehung der romanischen Koseler Kirche: Da nichts schriftlich niedergelegt wurde, kann man den Baubeginn nur anhand des Baustils auf das Ende des 12. Jahrhunderts datieren. Der Turm ist 100 Jahre später angebaut worden, die Decken und Wandmalereien stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Die historische Begründung des Gemeindewappens lautet u.a.: Die die Vierung des Wappenschildes in der Mitte überdeckende, die Zeichnung eines Kreuzes aufweisende steinerne Scheibe ist ein authentisches Zitat aus der Koseler Kirche. Es befindet sich über dem Eingangsportal und am Taufstein. Über die historische Mittelpunktfunktion der Kirche hinaus soll die Figur des Kreuzes auf der verbindenden kreisförmigen Scheide die kommunale Zusammengehörigkeit der vier heute in der Gemeinde Kosel vereinigten, ehemals selbständigen Dorfschaften andeuten.
In der Gemeinde Kosel wird das kulturelle Leben von den Vereinen und Verbänden geprägt. Die Grundschüler aus Kosel besuchen die Fleckebyer Schule, die Hauptschüler aus Kosel und die Grund- und Hauptschüler aus Bohnert die Schule in Rieseby; die weiterführenden Schulen sind in Eckernförde.

Einwohner und Gemeindefläche

Einwohner (Stand: 30.09.2015)1.381
Fläche2.999 ha
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